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Gewebe als Untergrund für Gemälde

In der Historie wurden als Träger für verschiedene Bilder die unterschiedlichsten Malgründe verwendet, so entstanden als Kunsthandwerk Malereien auf Felsen in Höhlen, Bilder auf Holz, Schiefer, Metall und Porzellan; sogar Malereien auf Pergament, Papier und Bleiverglasung wurden erstellt.
Ab dem 14. Jahrhundert wurde dazu übergegangen, Gewebe als Malfläche zu nutzen. Die großformatigen Bilder des Mittelalters boten bei der Nutzung von Gewebe den Vorteil, ein verhältnismäßig geringes Gewicht zu besitzen und noch transportierbar zu bleiben. So verschwand die ursprüngliche Verwendung von Holztafeln als Untergrund für Malereien bald immer mehr aus dem alltäglichen Gebrauch. Die Gewebe standen zwar noch nicht in der gewünschten Breite zur Verfügung, konnten jedoch durch Nähen verbunden und somit auf die richtige Größe gebracht werden. In der Anfangszeit wurden diese Gewebe zunächst auf Blendrahmen gespannt, später ging man zur verstärkten Nutzung von Keilrahmen über.
Die im Gewebe verlaufenden Längsfäden nennt man Kettfäden, die quer laufenden Fäden werden Schussfäden genannt. Das durch die Verbindung zwischen diesen Fäden entstandene Muster bezeichnet man als Bindung.
In textilen Geweben sind besonders viele Poren und Kapillaren enthalten, die durch Grundiermaterial oder Malfarbe gefüllt werden müssen. Weiche Gewebe besitzen eine stärkere Kapillarität als die härteren Stoffe, deswegen haben diese eine größere Saugwirkung.
Durch die Einführung des Webstuhls konnten Maltücher maschinell hergestellt und grundiert werden, die sich auch heute noch allergrößter Beliebtheit erfreuen.
In der Gegenwart werden verschiedenste Gewebearten eingesetzt. Flachs ist als Leinwandgewebe schon seit mehr als 6000 Jahren bekannt. Belgien ist der weltweit größte Flachsproduzent und liefert den Großteil dieser qualitativ hochwertigen Leinengewebe.
Auch Hanf, Baumwolle oder Jute eignen sich hervorragend für die Produktion von Geweben.
Bei der Arbeit auf Geweben ist unbedingt auf die richtige Grundierung zu achten. Von ihr hängen die Saugfähigkeit, die Haftfähigkeit der Farben, die Leuchtkraft und somit die Haltbarkeit des späteren Werkes ab. In ausgesuchten Büchern und bei der Recherche im Internet findet man viele überlieferte Rezepturen und kann somit auf den Erfahrungsschatz von Künstlern und Kunsthandwerken aus vergangener Zeit zurückgreifen. Es ist jedoch auch möglich, fertig grundierte Leinwände im gerollten Zustand zur Bespannung von Leinwänden zu erhalten.