Die Prophezeiungen des Nostradamus
Im Jahre 1550 begann Michel de Nostredame die Veröffentlichung eines jährlichen Almanachs für die Landwirtschaft, in denen seine ersten Prophezeiungen auf das jeweils kommende Jahr dokumentiert waren. Kennzeichen seiner Prophezeiungen sind das fast vollständige Fehlen genauer Zeitangaben und Namen sowie eine eher metaphorische Sprache, die viel Interpretationsspielraum für die Prophezeiungen lässt und seine Veröffentlichungen bis heute rätselhaft erscheinen lässt. Viele Verse enthalten Hinweise auf astrologische Konstellationen, manche Texte wurden als Sechszeiler in Prosa verfasst. Besondere Aufmerksamkeit erreichten seine Almanachs als im Jahre 1614 der Tod König Heinrich II. mit seiner ersten Centurie von 1555 in Verbindung gebracht wurde. Nostradamus ist heute immer wieder Gegenstand von Filmen und Romanen und eine Ikone der Kunst des Wahrsagens geworden. Die vielfältigen Interpretationsmöglichkeiten seiner Veröffentlichungen lassen immer wieder Anwendung auch auf aktuelles Zeitgeschehen zu und Übereinstimmungen zwischen Voraussagen und tatsächlichen Ereignissen herstellen. Seine im pessimistischen Grundton verfassten Verse erreichen insbesondere in Kriegszeiten besondere Popularität. Ziel seiner Voraussagen sei es gewesen, die Menschen zu veranlassen aus seinen Versen die Zukunft zu lesen und damit den Verlauf der Geschichte positiv zu beeinflussen. Auch heute erfreuen sich unterschiedliche Methoden der Zukunftsvorhersage besonderer Beliebtheit. Insbesondere das Kartenlegen als Möglichkeit der esoterischen Lebensberatung ist heute ein etablierter Weg sich mit der eigenen Zukunft auseinander zusetzen.
