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Käfer – Alte Liebe rostet nicht

Lady ist ein Auto, genauer gesagt ein VW Käfer Cabriolet 1302 LS, Baujahr 1970. Sie ist nachtblau, hat weiße Ledersitze und ein weißes Verdeck. Derjenige, der ihr nicht nur den Namen, sondern auch die Farbe gegeben hat, ist der 35 jährige Erik, ein Ingenieur aus München, seit seiner Kindheit bekennender Käfer-Fan und Bastler aus Leidenschaft. Als er Lady vor etwa fünf Jahren in einer alten Scheune fand, war sie eigentlich schrottreif. Von der ursprünglichen Farbe war kaum noch etwas zu sehen, die Mäuse hatten die Sitze als Domizil auserkoren und der Rost hatte sich unaufhaltsam in der Karosserie breit gemacht. Nur der Motor war in Ordnung, wenn er auch schon eine ganze Zeit lang nicht mehr gelaufen war. Der damalige Besitzer hatte einfach nicht die Zeit und die Lust, in das Auto zu investieren, wollte es aber auch nicht verschrotten lassen. Und so hatte Lady mehrere Jahre in der Scheune verbracht. Als Erik das Fahrzeug kaufte, erklärten ihn seine Freunde für verrückt. Sie nannten den Käfer ein Groschengrab und zweifelten daran, dass er jemals wieder fahrtüchtig gemacht werden könnte. Aber so etwas kann einen echten Fan und Bastler nicht erschüttern. Und so verbrachte Erik seine Wochenenden nunmehr in der Garage, wo er mit Schweißgerät, jeder Menge Ersatzteilen und sehr viel Liebe ein wahres Wunder vollbrachte. Während dieser Zeit erhielt der Käfer auch seinen Namen. Erik machte das Cabrio nicht nur fahrtüchtig, er bekam das Auto auch durch den TÜV. Zum Schluss wurde es sorgfältig und nach langer Debatte über die richtige Farbgestaltung lackiert. Und jetzt reißen sich die ehemaligen Spötter darum, mit Lady einen Ausflug machen zu dürfen. Klar. Eriks Alltagsauto, ein Opel Vectra, musste einige Zeit lang vor der Tür stehen, weil die Garage natürlich für die Dame reserviert war. Vor ein paar Monaten hat Erik aber eine Fertiggarage neben die Alte auf sein Grundstück bauen lassen. Und nun sind beide gut untergebracht.