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PH Wert

Mit dem pH Wert misst man die Stärke einer sauren oder basischen Wirkung einer wässrigen Lösung. Wird eine Säure in Wasser aufgelöst, gibt diese durch Dissoziation, also durch Zerfall ihres Moleküls, Wasserstoffionen an das Wasser ab. Dadurch sinkt der pH-Wert. Wenn eine Base gelöst wird, geben diese Hydroxylionen ab, die die Wasserstoffionen aus dem Wasser binden, oder sie bilden selbst Wasserstoffionen. Damit steigt der pH-Wert. Je nach Stärke der Säure oder Base zerfällt diese mehr oder weniger stark. Der pH-Wert ist also ein Maß der Menge an Säuren und Basen in einer Lösung. Die Bedeutung pH kommt aus dem lateinischen pondus oder potentia Hydrogenii und bedeutet Gewicht/Kraft (des) Wasserstoffs.
Der pH-Wert wird in folgende Skala eingeteilt
• pH < 7 entspricht einer Lösung mit saurer Wirkung
• pH = 7 entspricht einer neutralen Lösung
• pH > 7 entspricht einer alkalischen Lösung (basische Wirkung)
Dies gilt allerdings nur für reines Wasser und verdünnte Lösungen bei 25 °C.
Der Blut-pH ist von entscheidender Bedeutung ebenso wie der der Zellflüssigkeit. Im Blut wird der pH-Wert durch ein komplexes Gleichgewicht der gelösten Proteine, Salze und Gase eingestellt und steht in starker Wechselwirkung mit dem Hämoglobin. Je niedriger der pH-Wert ist, desto weniger Sauerstoff kann das Hämoglobin binden. Im Gewebe, durch das das Blut fließt, sinkt der pH-Wert durch die Kohlensäure, die beim Zellstoffwechsel entsteht, gesenkt. Bei einem niedrigen pH-Wert gibt das Hämoglobin Sauerstoff ab. In der Lunge wird Kohlendioxid abgeatmet, damit steigt dort der pH-Wert des Blutes an. Dort kann das Hämoglobin Sauerstoff aufnehmen.
Auch bei der menschlichen Fortpflanzung hat der pH-Wert eine entscheidende Bedeutung. Die Scheide ist zur Abwehr von Krankheitserregern sauer, das männliche Sperma hat einen basischen pH-Wert. Beim Geschlechtsakt findet eine Neutralisationsreaktion statt, die zu einem optimalen Milieu zur Bewegung der Spermien führt. Somit handelt es sich beim pH-Wert um keine abstrakte Größe, sondern um eine „existenzielle Größe“.