Wie Tagesgeldkonten sich entwickelt haben
Tagesgeldkonten galten vor einigen Jahren noch als Geheimtipp unter Selbstständigen, speziell dann, wenn öfter mit Kundengeldern gearbeitet werden musste. Gerne hat man eine höhere Summe mal kurzfristig auf ein Tagesgeldkonto eingezahlt um attraktive Zinssätze zu erzielen, bevor man das Geld an den Kunden weitergeleitet hat. Wirklich als Sparform herumgesprochen hat sich das Tagesgeldkonto erst im Jahr 2000. Bis dahin hatten Anleger gerne in Aktien investiert, aber durch den Börsencrash haben viele von ihnen hübsche Sümmchen dadurch verloren. Das Vertrauen der Anleger in Aktien und Investmentfonds war erst einmal zerstört, jedenfalls bei vielen von ihnen. Trotzdem stellte sich die Frage, wie man am besten sein Geld anlegen kann und möglichst viele Zinsen damit erwirtschaften kann. Das Sparbuch schied als Möglichkeit aus – es ist zwar sicher, man hat seine ersparten Beträge in Form eines Sparbuches schwarz auf weiß in der Hand, allerdings weiß man als Sparer auch, dass das Sparbuch eigentlich nur eine Möglichkeit ist, sein Geld zu parken. Der Glaube, man könnte jederzeit über sein gesamtes Kapital frei verfügen, ist leider auch ein Irrtum, denn der monatliche Abhebungsbetrag ist auf 2000 Euro begrenzt. Die Kündigungsfristen für Sparbücher liegen teilweise bei drei Monaten. Und die Zinsen sind wirklich nicht nennenswert. Mit 0,5 Prozent jährlichem Zinssatz sogar eher geradezu lächerlich, wenn man darüber nachdenkt, dass die Banken ja mit den Geldern arbeiten.
Als lohnende Alternative entdeckten viele Anleger das Tagesgeldkonto. Ein Tagesgeldkonto kann parallel neben dem Girokonto geführt werden. Man kann es bei der Hausbank eröffnen. Der Zinssatz beträgt mindestens zwei Prozent jährlich. Allerdings gibt es im Internet auch jede Menge Direktbanken. Diese verfügen über kein Filialnetz, sind aber dem deutschen Bankennetz angeschlossen. Bei Direktbanken kann man ein Girokonto anlegen mit EC-Karte und voller Online-Abwicklung. Und nebenher ein Tagesgeldkonto eröffnen.
Die Direktbanken im Internet sind nicht unsicherer als die üblichen Bankfilialen. Ihre Konditionen sind jedoch weitaus besser. Sie sparen jede Menge Gelder ein, zum Beispiel für Personal, Instandhaltungskosten oder Raumkosten, da sie keine Filialen unterhalten. Diese Einsparungen machen sich dann natürlich in den Konditionen bemerkbar. Es gibt Direktbanken, die einen Zinssatz von bis zu 6 Prozent anbieten. Die Höhe des Zinssatzes ist natürlich abhängig von der Höhe der eingezahlten Summe, aber auch von der Anlagedauer. Trotzdem kann man sein Geld jederzeit abheben und frei darüber verfügen. Die Kontoführung ist kostenlos und ein Risiko, sein Kapital zu verlieren besteht nicht. Ein Tagesgeldkonto kann auch jederzeit wieder gekündigt werden, ohne Fristen. Nur der normale Zahlungsverkehr kann nicht über das Tagesgeldkonto laufen. Überweisungen sind nur auf ein vorher festgelegtes Girokonto möglich.

