Marmor früher und heute
Marmor wird bereits seit vielen tausend Jahren in Europa abgebaut und für den Bau von Wohungen und Palästen, früher auch von rituellen Orten genutzt. Dabei haben sich viele der Gebiete mit Marmor-Steinbrüchen über die Jahrtausende erhalten, und fördern und veredeln auch heute noch den begehrten Naturstein. Die Steinmetze im italienischen Carrara, aber auch in vielen Teilen Griechenlands, können auf eine über zweitausend Jahre lange Geschichte zurückblicken, und wie damals exportieren sie auch heute ihre Produkte in alle Teile Europas.
Schon im klassischen Griechenland und zur Römerzeit wussten die Menschen Marmor als einen eleganten und besonders langlebigen Baustoff besonders zu schätzen. Zu jener Zeit war der Abbau und die Veredlung des Marmors jedoch eine sehr aufwändige Arbeit, und der Naturstein entsprechend exklusiv. Besonders die römische und griechische Oberschicht der damaligen Zeit nutzte den Marmor als Statussymbol zum Bau von prächigen Anwesen und Gärten.
Durch den Untergang der mediteranen Kultur zum Ende des Römischen Reiches verschwand auch der Marmor als begertes Baumaterial für einige Jahrhunderte aus der Architektur der damaligen Zeit. Im unsicheren Mittelalter galt es, die eigene Burg sicherer zu machen und zu verteidigen, für Romantik und Eleganz war nur wenig Platz.
Dies änderte sich erst wieder mit der aufkommenden Renaissance und der Wiederentdeckung des antiken kulturellen Erbes. Die Fürsten und Könige Europas standen im Wettstreit um den beeindruckendsten Hof, und auch wohlhabende Privatleute fanden zunehmend gefallen an elegantem Marmor. Es wurden Häuser und Paläste mit großflächigen Marmorinstallationen gebaut, die vielfach noch heute auch in vielen Städten Deutschlands erhalten geblieben sind.
Gegen Ende des vergangenen Jahrhunderts drängten dann immer mehr Steinmetze und Marmorhersteller aus Indien und China auf den Weltmarkt, und der Marmor verlor seine Exklusivität. Heute ist das Angebot an Marmorsorten breitgefächert, von der günstigen Fliese im Baumarkt bis hin zu solchen Marmorsorten, die nur zu hohen Preisen und mit guten Kontakten überhaupt erwerblich sind.

