Endometriose
Englisch: endometriosis
Als Endometriose beschreibt man das Auftreten von Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) außerhalb der Gebärmutterhöhle (Cavum uteri). Obwohl diese Gewebsinseln an anderen Organen angelagert sind, verhalten sie sich ebenso wie die innerhalb der Gebärmutter vorkommende Schleimhaut. Das bedeutet, dass sie ebenfalls Hormonrezeptoren besitzen und demnach zyklischen Veränderungen unterworfen sind; also dem Menstruationszyklus der Frau folgen, und monatlich die aufgebaute Schleimhaut mit der Regelblutung abstoßen sowie Gewebshormone (Prostaglandine) bilden. Das zyklisch anfallende Blut der Endometrioseherde, welches meist nicht abfließen kann, ebenso wie geblideten Gewebshormone führen dazu, dass die Patientinnen Beschwerden äußern. Generell unterscheidet man drei unterschiedliche Formen abhängig von der Gewebslokalisation:
1.) Bei der so genannten Endometriose genitalis interna sind Gebärmutterschleimhautanteile innerhalb der Muskelschicht (Myometrium) der Gebärmutter zu finden. Ein ebenfalls gebräuchlicher Ausdruck dieser Erschienungsform lautet Adenomyosis uteri.
2.) Befinden sich die Endometrioseherde außerhalb der Gebärmutter, aber an Organen des kleinen Beckens wie zum Beispiel den Eierstöcken, der Scheide, den Eileitern oder im Raum zwischen Gebärmutter und Darm (Douglasraum) so nennt man das entsprechende Krankheitsbild Endometriosis genitalis externa.
3.) Sind Organe außerhalb des kleinen Beckens von der Gebärmutterschleimhaut besiedelt, was zum Beispiel am Darm, der Blase, den Harnleitern oder der Lunge vorkommen kann, spricht man von einer Endometriosis extragenitalis.
Häufiger sind jedoch Organe in der direkten Nachbarschaft der Gebärmutter betroffen.
Trotz des Wachstums der Schleimhautherde während des Zyklus und der zum Teil ausgeprägten Lokalisation innerhalb des Körpers stellt die Endometriose eine „gutartige“ Erkrankung dar, welche nicht wie von verschiedenen Krebsarten(Karzinomen) bekannt, eine zerstörende Ausbreitung im Körper zur Folge hat.

